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Zeitkontenmodell

Individuelle Gestaltung der Lebensarbeitszeit
"Gesetz zur sozialrechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeiten" - was so bürokratisch klingt und deshalb im allgemeinen Sprachgebrauch nur "Flexi-Gesetz" genannt wird, ist die vielleicht attraktivste Variante zur Gestaltung von Lebensarbeitszeit bzw. der Altersvorsorge.

Bereits 1998 hat der Gesetzgeber die Möglichkeit zur Bildung von Arbeits-
zeitkonten geschaffen. Damit bietet sich die Option, das Entgelt für zusätzlich geleistete Arbeitsstunden auf einem Konto anzusparen. Der Vorteil: da es sich hierbei um so genanntes "Bruttosparen" handelt, unterliegt dieses Kapital zunächst nicht der Besteuerung. Erst zum Auszahlungszeitpunkt verlangt der Fiskus seinen Anteil. Erfolgt die Auszahlung im Rentenalter, kommt in der Regel ein geringerer Steuersatz zur Anwendung.

Im Gegensatz zu starren Lösungen, wie etwa der Riesterrente, lässt das Zeitkontenmodell zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten offen. So kann das angesparte Kapital beispielsweise dazu dienen, eine längere Auszeit vom Arbeitsleben zu nehmen oder den wohlverdienten Ruhestand früher anzutreten.

Im Bedarfsfall, etwa bei einer privaten finanziellen Notlage oder bei Wechsel des Arbeitsplatzes kann die Summe auch vorzeitig zur Auszahlung kommen. Inwieweit dies möglich ist, regeln die individuellen Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber.

Wer das Modell nutzen kann
Inwieweit Sie vom Zeitkontenmodell profitieren können, ist abhängig vom Arbeitgeber. Da es nicht zu den vom Gesetzgeber vorgegebenen Durch-
führungswegen für eine betriebliche Altersvorsorge zählt, stellt die Umsetzung dieser Lösung ein freiwilliges Angebot des Arbeitgebers dar. Da das Zeit-
kontenmodell auch dem Unternehmen große Vorteile einräumt, bieten vor allem große Arbeitgeber entsprechende Lösungen an.

Kleinere Unternehmen scheuen zur Zeit noch den vermeintlich hohen...
...Verwaltungsaufwand eines Zeitkontenmodells. Da aber auch sie von den Vorteilen einer flexibleren Arbeitszeit und einer bezahlbaren Vorruhestands-
lösung profitieren, ist ein Umschwenken des Mittelstandes auf das Zeit-
kontenmodell nicht unwahrscheinlich.


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