Die gute HandGesellschaftNoch immer wird die Linkshändigkeit kritisch beäugt und weiterhin erfolgen törichte Umerziehungsmaßnahmen - unglaublich aber wahr.
Unser Gehirn besteht aus zwei Hälften - der rechten und der linken Gehirnhälfte und einige Funktionen oder Teilfunktionen des Gehirns werden bevorzugt in einer der beiden Hälften ausgeführt. Bei einem Linkshänder besteht eine angeborene Dominanz der rechten Hirn- hälfte und umgekehrt bei Rechtshänder die linkshemisphärische Dominanz. Das Dominieren einer Hirnhälfte kommt allerdings nicht nur mit der Händigkeit am deutlichsten zum Ausdruck, denn es gibt auch Bevorzugungen beispielsweise bei den Beinen, Ohren und Augen. Bei 20% der Weltbevölkerung besteht eine Linkshändigkeit, allerdings können keine klaren Zahlen vorgelegt werden, was auf die lange Zeit verbreiteter und unsinniger Umerziehung zurückzuführen ist. Somit gehen Schätzungen bis zur Hälfte der Bevölkerung, also eine Gleichverteilung von Links- und Rechts- händern. Speziell in der Vergangenheit erfolgte die Umerziehung, da dem Linkshänder die sonderlichsten Eigenschaften angedichtet wurden. Erstaunlich ist, wie selbstverständlich in unserem Sprachgebrauch gewisse Redewendungen zum Ausdruck von negativer Eigenschaften/Umstände ver- wendet werden, wie z.B.
Obwohl mittlerweile negative Begleiterscheinigungen wie z.B. Sprach- störungen, schlechtere Schulleistungen, teilweise auch die Legasthenie und psychische Probleme als Spätfolgen der Umerziehungsmaßnahmen bekannt sind, besteht noch heute eine engstirnige Einstellung gegenüber der Links- händigkeit und somit wird weiterhin auf die kulturell als besser, normal und gut bewertete rechte Hand umerzogen. Alltägliche Handgriffe wie z.B. das Schneiden mit einem Messer oder einer Schere werden mit einem mitleidigem "…sieht schon seltsam aus" oder gar einem hysterischen "…ach, da kann man ja gar nicht hinschauen!" kommen- tiert. Gar befremdlich und erstaunt verhält sich die Umwelt bei einem um- erzogenen und somit vermeintlichen Rechtshänder, denn dieser verwendet ja lediglich zum Schreiben die rechte Hand, jedoch verbleibt die Linkshändigkeit in allen anderen Bereichen. Das wiederum führt zu verwunderten und teils erschrockenen Ausrufen wie "…bist du vielleicht ein Linkshänder?!" Mehr als kurzsichtig und vor allem beleidigend ist ebenfalls die Feststellung, daß etwas trotzdem gut gelungen ist, obwohl nur links angefertigt. Peinlich sind hier z.B. die leidig glücklichen Bemerkungen angeblich toleranter und moderner Eltern, denn die loben "ihre linken Mäuse" angesichts einer schönen, wenn auch nur links gemalten Zeichnung. Traurig aber wahr... Spannend wird auch die Situation, wenn ein Linkshänder auf einen dieser dummen Sprüche reagiert und zwar nur mit dem Verweis auf die Prozentzahlen der Weltbevölkerung bzgl. der Links- und Rechtshändigkeit. Im Idealfall ent- steht ein interessiertes Gespräch, in dessen Verlauf eine Entschuldigung folgt und der Rechtshänder "verspricht", sich künftig solche Äußerungen zu ver- kneifen. Leider ist dieses Verhalten äußerst dünn gesät, denn meistens folgt die unvermeidlich argwöhnische Frage "…bist du etwa ein linker?" und/oder die diskriminierende Äußerung "…also ich gehöre zu den anderen 50% und bin normal". Spätestens an diesem Punkt angelangt, ist die Stimmung dahin und das geistig begrenzte Level des Gesprächspartners bekannt. Traurig, aber ebenso wahr... Es könnte der Anschein entstehen, daß derart vorurteilsbehaftete Rechts- händer durch ihre Intoleranz eigenen Schwächen kompensieren, denn Berühmtheiten wie
Bezeichnend für einen bornierten Rechtshänder ist auch die Tatsache, daß bei einer Einschränkung der "guten/rechten" Hand z.B. aufgrund einer Verletzung, nach wie vor die zweite Hand als "nur die linke" bezeichnet wird, da nun täg- liche und einfache Handgriffe nur recht schwerfällig bis gar nicht möglich sind. Erst bei langwierigen bis dauerhaften Folgeschäden wird die bisher so ver- schmähte "schlechte/linke" Hand sehr geschätzt und nach einem langfristigen Umstellungsprozess dankbar und wie selbstverständlich genutzt. Dieser Ver- gleich könnte mit weiteren Gliedmaßen und inneren Organen bis hin zu den Augen und Ohren fortgesetzt werden. Ohne oben gibt's kein unten, vorne geht nur mit hinten, hell unterscheidet sich aufgrund dunkel, groß macht sich nur im Vergleich mit klein bemerkbar und somit kann rechts logischerweise auch nur im Zusammenhang mit links be- stehen. Ansonsten bestünde nur Monotonie und das wäre dann doch tatsächlich mal ein wirklicher ein Grund zur Besorgnis. |
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